"Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter ihnen" (Mt 18,20)

21 Kilometer von Pontevedra nach Caldas de Reis – ein Tanz der Seelen.
„Zwei Wege treffen aufeinander, und plötzlich erhellt sich die Umgebung. Gemeinsame Schritte führen uns weiter.“
Heute war die Etappe einfach zu bewältigen nur ein Anstieg und strahlender Sonnenschein trugen zu einer guten Stimmung bei.
Mit diesen Worten im Herzen sind wir heute Morgen in Pontevedra aufgebrochen. Der Weg hat uns heute verdeutlicht, dass Pilgern nicht nur Kilometer abzuspulen bedeutet, sondern auch die Dynamik zwischenmenschlicher Begegnungen zuzulassen. Während ich in einem tiefen Gespräch mit Jara aus Hamburg versunken war, fand Andi seine Ruhe in der Stille. Es scheint, als wolle uns der Camino lehren, dass sowohl Worte als auch Schweigen Geschwister sind – beide tragen gleichermaßen zur inneren Einkehr bei.
Auf den Pfaden des heiligen Jakobus
Der heutige Weg führte uns durch die sanften Hügel Galiziens, vorbei an Weinreben und durch schattige Kastanienwälder. Immer wieder begegnen uns am Wegesrand die Cruceiros – die typischen galizischen Steinkreuze. Für uns Pilger sind sie weit mehr als einfache Wegweiser; sie sind Orte der Besinnung. In der christlichen Tradition stehen sie für den Schutz der Reisenden und laden dazu ein, für einen Moment die Last des Rucksacks (und all der Gedanken) abzulegen und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren.
Caldas de Reis: Heilung für Leib und Seele
Unser Ziel heute ist Caldas de Reis, ein Ort, der seit der Römerzeit für seine Thermalquellen bekannt ist. In der christlichen Symbolik hat Wasser eine reinigende, beinahe heilige Bedeutung. Nach 21 Kilometern fühlen sich die heißen Quellen wie eine göttliche Belohnung an. In der Kirche Santa Maria, die auf den Fundamenten einer älteren romanischen Kirche errichtet wurde, wird die tiefe Verwurzelung des Glaubens in dieser Region spürbar.
Getragen von der Gemeinschaft
Heute wird uns wieder klar: Die Last wird leichter, wenn man sie teilt – sei es durch ein inspirierendes Gespräch oder durch das stille Mitgefühl des Partners. Wir sind dankbar für das Licht, das heute auf unseren Weg gefallen ist, und freuen uns auf die wohlverdiente Ruhe in diesem geschichtsträchtigen Badeort.
¡Buen Camino!




