"Ich bin das Licht der Welt." (Joh 8,12)

Licht im Nebel: Die Ankunft an der Wiege des Jakobus
19,2 Kilometer nach Padrón; wenn das Herz dem Ziel entgegeneilt.
„Auch im Nebel bleibt das Licht. Du siehst es nicht immer doch es sieht dich.“
Dieser Gedanke begleitete uns heute auf den 19,2 Kilometern von Caldas de Reis nach Padrón. Galizien zeigte sich heute von seiner mystischen Seite, gehüllt in sanfte Nebelschleier. Doch auch wenn die Sicht manchmal getrübt war, fühlten wir das innere Licht umso stärker. Mit jedem Schritt wächst ein tiefes Glück in uns; ein stilles Jubeln darüber, wie weit uns unsere Füße (und unsere Liebe) bereits getragen haben.
Wo alles begann: Padrón und der „Pedrón“
Padrón ist für jeden Pilger ein Ort von immenser christlicher Bedeutung. Es ist die Wiege der Jakobstradition. Hier, so erzählt es die Legende, legte das Boot mit dem Leichnam des Apostels Jakobus an. In der Pfarrkirche Santiago de Padrón befindet sich unter dem Hauptaltar der „Pedrón“ – jener antike römische Stein, an dem das Schiff festgemacht haben soll. Den Finger auf diesen Stein zu legen oder davor innezuhalten, verbindet uns unmittelbar mit dem Ursprung unserer Reise. Es ist ein Moment der Ehrfurcht, bevor wir den letzten Hügel nach Santiago erklimmen.
Der wahre Grund unserer Reise
Santiago de Compostela ist nun zum Greifen nah. Doch während das physische Ziel näher rückt, spüren wir, dass der „wahre Grund“ unserer Reise längst in uns Platz gefunden hat. Es ist das geteilte Licht, das Vertrauen zueinander und die Erkenntnis, dass wir; egal wie dicht der Nebel im Leben auch sein mag; niemals allein gehen. Jemand den wir beide so vermissen, hat längst Platz in unserem Herzen. Er ist still und leise mit uns gegangen.
Die Vorfreude auf das Finale
In Padrón bereiten wir uns nun innerlich auf den morgigen Tag vor. Wir atmen noch einmal kräftig durch, genießen die berühmten Pimientos de Padrón und blicken voller Dankbarkeit auf die vergangenen Wochen zurück. Morgen werden wir in Santiago einziehen, aber das Glück tragen wir schon heute fest in uns.
¡Buen Camino!




