Rucksack auf, Alltag aus: Unser Aufbruch ins „Unruhestands-Interrail“

Es ist ein vertrautes Gefühl, fast wie ein Schatten aus einer anderen Zeit: Das Gewicht des Rucksacks auf den Schultern, das sanfte Klicken der Schnallen und dieses unverwechselbare Kribbeln im Bauch, wenn die Wohnungstür hinter einem ins Schloss fällt.


Während wir am Bahnhof in Essen auf den RE6 nach Düsseldorf warten, werden alte Erinnerungen wach. Andi sieht den einfahrenden Zug, und plötzlich sind sie wieder da – die Erinnerungen von damals. 19-Jährige Pennäler mit strubbeligen Haaren, das Interrail-Ticket wie einen kostbaren Schatz in der Tasche. Fünf Wochen lang mit Cordula, Benedikt und Volker quer durch Westeuropa. Damals war die Welt groß, wild.


Oft hört man, dass man im Alter „settled“ oder gar spießig wird. Dass bei manchen 30-Jährigen schon der Kalk aus den Hosen bröselt, mag stimmen – aber nicht bei uns! Wir haben beschlossen: Der Ruhestand ist kein Wartezimmer, sondern unser eigenes, ganz persönliches Revival. Nur dass wir heute nicht mehr auf Bahnhöfen nächtigen, sondern uns den Luxus eines behaglichen Hotelbetts gönnen.


Die Fahrt mit dem Skytrain am Düsseldorfer Flughafen fühlt sich heute an wie der Startschuss zu einer neuen Freiheit. Am Check-in-Schalter lassen wir die Spießigkeit hinter uns und gewinnen stattdessen Neugier.


Heute Abend lassen wir den Tag am Flughafen entspannt ausklingen, und morgen früh... morgen früh wartet Porto auf uns. Die Stadt des Weins, der engen Gassen und des Lichts. Wir sind bereit, wieder ein wenig „Interrail-Luft“ zu schnuppern – nur diesmal mit einem Hauch mehr Lebenserfahrung im Gepäck.


Porto, wir kommen! Jung im Kopf und bereit für alles, was uns erwartet.