Angekommen in Porto: Zwischen Vorfreude und Saudade

Der erste Schritt ist getan! Wir sind wohlbehalten in Porto angekommen und haben unser Basislager im Hotel eingerichtet. Bevor morgen die Wanderschuhe fest geschnürt werden, stand heute zunächst der Alltag auf dem Programm: der Großeinkauf. Wir haben uns mit Proviant für die ersten Tage unserer Pilgerreise versorgt – Nüsse, Obst und alles, was uns auf den ersten Kilometern neue Energie geben wird. Danach machten wir uns auf den Weg zur berühmten Kathedrale von Porto, wo wir unseren ersten Pilgerstempel abholten.


Als der Abend näher rückte, fühlten wir uns unwiderstehlich zur Altstadt hingezogen. Oft hört man, die Nordportugiesen seien die „Macher“ des Landes: „In Porto wird das Geld verdient, in Lissabon wird es ausgegeben“, sagt man hier. Doch wer glaubt, Porto sei nur geschäftig und kühl, der liegt gewaltig falsch.


Sobald man durch die verworrenen Gassen in Richtung Ribeira schlendert, ändert sich die Stimmung. Aus den kleinen Bars dringt die tiefgründige, sehnsüchtige Musik des Fado zu uns herüber. Und plötzlich überkommt uns das Gefühl, von dem alle sprechen: Saudade. Es ist diese typisch portugiesische Mischung aus Melancholie und gleichzeitigem Glück – ein bittersüßer Schmerz, der direkt ins Herz trifft.


Jetzt sitzen wir am Douro und lassen die Atmosphäre auf uns wirken. Es herrscht eine fast feierliche Stimmung, doch wir halten uns zurück: Heute bleibt es bei einem einzigen Glas Portwein. Schließlich steht morgen die erste große Etappe bevor. Es geht los nach Póvoa de Varzim!


Die Rucksäcke sind gepackt und die Herzen bereit. Morgen beginnt unser Weg.