"Folge mir nach!" (Mt 9,9)

Ein leiser Ruf schwebt in der Luft. Sanft und klar.
Du hörst ihn nicht mit den Ohren,
sondern spürst ihn im Herzen: Komm. Geh. Vertraue.
Heute Morgen hieß es: Rucksack auf, Wanderschuhe fest geschnürt und auf in Richtung Norden. Unser Ausgangspunkt war Porto Matosinhos, wo uns der Tag mit strahlendem Sonnenschein und dem typischen, salzigen Duft des Ozeans begrüßte. Vor uns lagen 28,74 Kilometer purer Küstenzauber auf dem Caminho Português da Costa.
Immer den Ozean im Blick
Das Besondere an dieser Etappe? Der Atlantik bleibt fast ständig sichtbar. Der Weg führt uns über die charakteristischen Holzbohlenwege (Passadiços), die sanft durch die Dünenlandschaft schlängeln. Das Gehen auf dem Holz ist angenehm rhythmisch – fast so, als würde man über dem Sand schweben, während die Wellen unermüdlich an die Küste schlagen.
Zwischen Fischerdörfern und unendlicher Weite
Wir passieren kleine, beschauliche Ortschaften, in denen die Zeit einen etwas langsameren Gang eingeschlagen hat. Hier und dort trocknen Fischernetze in der Sonne, und die bunten Fliesen an den Hauswänden erstrahlen im hellen Licht. Es ist diese perfekte Symbiose aus Natur und portugiesischer Küstenkultur:
Die Dünen: Ein empfindliches Ökosystem, in dem kleine Wildblumen dem Wind trotzen.
Die Strände: Weite, goldene Sandflächen, die dazu einladen, kurz innezuhalten und tief durchzuatmen.
Die Brise: Unser ständiger Begleiter, der die Wanderung trotz der 28,74 Kilometer wunderbar erfrischend gestaltet.
Nach vielen Kilometern auf den Planken, vorbei am historischen Vila do Conde mit seinem beeindruckenden Kloster, rückt unser Ziel näher: Póvoa de Varzim. Die Beine werden zwar langsam schwerer, doch der Anblick des glitzernden Wassers entschädigt für jeden Schritt.
Heute Abend werden wir mit dem Geräusch der Brandung im Ohr einschlafen und wahrscheinlich noch im Traum das Knacken der Holzstege unter unseren Füßen hören.
Auf die nächsten Kilometer! Buen Camino!



