"Sorgt euch nicht um morgen!" (Mt. 6,34)

Der Weg offenbart sich im Gehen. 

Nicht alles muss heute offenbar sein. 

Der nächste Schritt ist ausreichend. 


Wenn das Blau des Meeres auf das Grün des Landes trifft

Ein Hauch der 27 Kilometer von gestern spüren wir noch in den Knochen – die Beine sind schwer, doch die Vorfreude wiegt schwerer! Bei strahlendem Sonnenschein haben wir heute Morgen Póvoa de Varzim verlassen. Vor uns liegen 20,2 Kilometer, die uns ein völlig neues Gesicht des Caminho präsentieren werden. 


Abschied vom Ozean (vorerst) 

Die ersten Kilometer hielten wir uns weiterhin an unseren treuen Begleiter der letzten Tage: den Atlantik. Noch einmal tief die salzige Luft einatmen, noch einmal das Funkeln der Wellen an den weiten Stränden genießen. Doch dann bog der Weg ab – weg von der direkten Brandung, hinein ins Hinterland. 


Abwechslung für die Sinne 

Der Wechsel der Kulisse ist erfrischend. Wo zuvor Sand und Dünen waren, prägen nun kleine Wälder, Felder und beschauliche Pfade das Bild. Die Landschaft wird hügeliger und facettenreicher. Es ist die Stille im Landesinneren, die den Pilgerweg so besonders macht; man findet zu sich selbst, während man durch das satte Grün Portugals wandert. 


Das Finale am Rio Cávado 

Ein wahrhaftes Highlight erwartete uns kurz vor dem Ziel: Die Überquerung des Cávado-Flusses. Der Blick auf die breite Mündung, wo sich der Fluss mit dem Meer vereint, ist atemberaubend. Auf der anderen Seite empfängt uns schließlich Esposende, ein charmantes Küstenstädtchen mit eigenem, unverwechselbarem Flair. 


Ankommen im Hotel Suave Mar 

Das Beste am heutigen Tag? Wir wussten bereits seit gestern, wo wir heute Abend unsere müden Köpfe betten würden. Die Reservierung im Hotel Suave Mar war die beste Entscheidung – jetzt heißt es: Füße hochlegen, die Wanderschuhe in die Ecke stellen und den Tag bei einem Glas Wein Revue passieren lassen. 

20,2 Kilometer geschafft. Die Glieder sind müde, aber das Herz ist voller Freude. 

Bom Caminho!